Metallpulver und Automotive-Industrie sind inzwischen untrennbar miteinander verbunden. Unterschiedlichste Anwendungsbereiche und Verfahren setzen auf Metall in Pulverform. Wo sie zum Einsatz kommen und welche Vorteile das haben kann, zeigt Ihnen dieser Beitrag auf.

Industrie im Wandel

Die ersten Autos haben mit den heutigen modernen Kraftfahrzeugen nicht mehr viel gemeinsam. So wie sich die Anforderungen an die Wagen und deren Ausstattung geändert haben, wurden auch im Bereich der Produktion immer neue Wege gegangen. Die Automotive-Industrie ist im Wandel und noch lange nicht am Ende ihrer Entwicklung angekommen – und Metallpulver tragen auf verschiedene Art und Weise ihren Anteil zum Erfolg und Innovationskraft der Branche bei.

Wo kommen Metallpulver in der Automotive-Industrie zum Einsatz?

Metallpulver sind in der Automotive-Industrie verbreiteter, als es auf den ersten Blick womöglich ersichtlich ist. Dabei sind vor allem drei Einsatzbereiche von Bedeutung: Sintern, Löten und die additive Fertigung.

1. Sintern in der Automobil-Herstellung

Automobilhersteller setzen bereits seit langer Zeit auf Metallpulver. Gesinterte oder gepresste Fahrzeugteile sind in so gut wie jedem klassischen Wagen zu finden. Komplexe Formen und Bauteile, wie sie in Motoren zu finden sind, lassen sich durch das Sintern zuverlässig in großen Mengen produzieren. Die hohe Maßgenauigkeit, die zuverlässige Reproduzierbarkeit und nicht zuletzt das geringere Gewicht im Vergleich zu Feststoffbauteilen haben das Sintern und damit den Einsatz von Metallpulver in der Automotive-Industrie praktisch unterverzichtbar gemacht. Und auch für vermeintlich einfache Teile wie Reib- und Bremsbelägen werden Sintermetallpulver verwendet.

Diese Metallpulver sind unter anderem zum Sintern geeignet:

2. Löten in der Automotive-Industrie

Neben den Hauptbestandteilen in den Kraftfahrzeugen gehören mehr denn je auch kleinteilige Arbeiten zum Alltag in der Automotive-Industrie. Vor allem der immer weiter steigende Anteil an komplexer Technik fordert filigrane Arbeiten. So kommen Metallpulver beispielsweise zum Weichlöten bei geringer Temperatur zum Einsatz, um im Rahmen der Surface Mounted Technology die erforderlichen Platinen und Computerchips herzustellen.

Doch auch am Auto selbst wird gelötet. Das Hartlöten bei höheren Temperaturen wird unter anderem am Kühler der Klimaanlagen angewendet. Die Vorteile von Lötpulver liegen dabei auf der Hand. In Pulver- beziehungsweise Pastenform lässt sich das Lötmetall einfacher dosieren und handhaben. Im Idealfall kann der Lötprozess dadurch sogar automatisiert werden. So werden in der Automotive-Industrie durch Metallpulver Zeit, Geld und Ressourcen gespart.

Diese Metallpulver sind unter anderem zum Hartlöten geeignet:

  • Verschiedene Aluminiumlegierungen mit Silizium oder Edelstahl
  • Metallpulver mit sehr niedrigem Sauerstoffgehalt und enger Kornverteilung

3. Additive Fertigung in der Automotive-Industrie

Die Automobilbranche gilt oft als Vorreiter, wenn es um Innovationen geht. Daher ist es auch kein Wunder, dass hier im Rahmen der Industrie 4.0 bereits neue Verfahren getestet werden. Konkret gewinnt dabei vor allem der 3D-Druck beziehungsweise die additive Fertigung an Bedeutung. Der metallische 3D-Druck ist bisher vor allem im Bereich der Forschung und Entwicklung rentabel. Aber auch für kleine Stückzahlen bestimmter Bauteile wie Ersatzteile oder individueller Ausstattungen im Luxussegment lohnt er sich. Für Großproduktionen lohnt sich das Verfahren bisher noch nicht. Die Entwicklung von Prototypen und das Testen neuer Ideen lässt sich durch die additive Fertigung jedoch deutlich einfacher, schneller und kostengünstiger umsetzen als mit herkömmlichen Methoden.

Diese Metallpulver sind für die additive Fertigung geeignet:

4. Weitere Anwendungsbereiche

Zusätzlich zu den großen drei Bereichen kommen Metallpulver in der Automotive-Industrie auch an weiteren Stellen zum Einsatz. So werden Metallpulver als Festschmierstoffe in Getrieben eingesetzt, meistens in Kombination mit dem entsprechenden Sinterverfahren. Auch thermische Beschichtungen lassen sich mit dem passenden Metallpulver auftragen.

Metallpulver und die Automotive-Industrie: Höchstleistungen für heute und morgen

Metallpulver sind bereits heute fester Bestandteil der Automotive-Industrie – und ihr Potenzial ist noch nicht ausgeschöpft. Neue Technologien wie Elektro- und Hybridautos erfordern neue Produktionsprozesse und innovative Bauteile, die mit Hilfe von Metallpulvern kosteneffizient und zuverlässig umgesetzt werden können. Und auch beim Thema Nachhaltigkeit kann die Automotive-Branche mit Metallpulvern punkten: Schließlich ist die Verarbeitung der Pulver im Vergleich zur Feststoffverarbeitung material- und energiesparend. So können Unternehmen mit dem Wissen von heute die Zukunft prägen und Innovationen mit Umweltschutz vereinen.

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