Metallsulfide haben einen festen Platz in diversen Industriezweigen inne. Wenn Sie neu im Umgang mit Metallsulfiden sind oder überlegen, ob die Schwefelverbindungen auch für Ihr Unternehmen eine Option sind: Hier finden Sie fünf Fakten über Metallsulfide, die Ihnen bei der Entscheidung und den nächsten Schritten helfen.

Ein wahres Multitalent

Metallsulfide sind dafür bekannt, vor allem in der analytischen Chemie bei der Trennung von Kationen von Nutzen zu sein. Doch auch außerhalb der klassischen Laborsituation können Metallsulfide einiges leisten. Ihre speziellen Eigenschaften und zahlreichen Varianten machen sie zu wahren Multitalenten mit unterschiedlichsten Möglichkeiten.

Nummer 1: Metallsulfide kommen in der Natur vor

Sulfide und damit auch Metallsulfide zählen offiziell zur Stoffgruppe der Salze. Es handelt sich dabei immer um Metall-Schwefel-Verbindungen in den unterschiedlichsten Ausführungen. Diese Verbindungen können dabei im Labor hergestellt werden – sind aber zum Teil auch in der Natur zu finden. Einer der vermutlich bekanntesten Vertreter ist Pyrit, eine Modifikation des Eisen(II)-disulfids. Die chemische Zusammensetzung von Eisen und Schwefel im Stoffmengenverhältnis von 1:2 ist auch unter dem Namen Katzengold bekannt. Auch Molybdän(IV)-sulfid kommt in Form des Minerals Molybdänit in der Natur vor. Andere Metallsulfide wie beispielsweise Zinn(IV)-sulfid sind eher selten zu finden und werden vor allem industriell hergestellt, indem die Ausgangsstoffe unter den entsprechenden chemischen Reaktionen verarbeitet werden.

Nummer 2: Metallsulfide haben eine geringe Löslichkeit

Metallsulfide haben die Eigenschaft, nur schwer löslich zu sein. Gleichzeitig weisen Sulfide eine hohe Reaktionsfähigkeit mit Schwermetallen auf. Diese Kombination an chemischen Eigenschaften macht sie zur idealen Wahl im Bereich der Abwasseraufbereitung. Die Schwermetallionen reagieren mit dem Schwefel zu den schwer löslichen Metallsulfiden, die das Wasser nicht weiter verunreinigen. Diese werden dann in Form eines entstehenden Metallsulfidschlamms einfach abtransportiert und aufgearbeitet. So können wertvolle Ressourcen aus der Industrie zurückgewonnen werden, was sowohl wirtschaftlich als auch in Sachen Umweltschutz von Vorteil ist. Und die dadurch entstehenden Endprodukte können wiederum von anderen Unternehmen für ihre Produkte und Prozesse verwendet werden – eine Win-Win-Situation.

Nummer 3: Metallsulfide sind ein ideales Schmiermittel

Metallsulfide in feiner Pulverform kommen in der Industrie als Schmiermittel zum Einsatz. Die Teilchengröße der Körner liegt dabei meistens zwischen 1 und 100 Mikrometer. So wird zum Beispiel Molybdändisulfid Schmierölen und Fetten beigemengt. Der Zusatz verbessert die Schmierwirkung. Die Folge: Maschinenbauteile wie Triebwerke und Zentrifugen weisen eine längere Lebensdauer auf. Außerdem verringert sich das Risiko eines Schadens bei plötzlichem Ölverlust drastisch. Neben dem Vermischen mit Fest- und Flüssigschmiermitteln werden Metallsulfide auch beim Bondern verwendet. Bei diesem Verfahren zur Behandlung von Metalloberflächen entsteht durch den Einsatz des passenden Metallsulfids ein Korrosionsschutz. Zu den Einsatzbereichen, in denen sie als Schmiermittel gefragt sind, gehören unter anderem:

  • Automotive
  • Flugzeugherstellung (Turbinen)
  • Hochtemperaturanwendungen
  • Labortechnik (Ultrazentrifugen)

Als funktionale Additive werden sie dabei nicht nur in Sintermetallen, sollen auch in Kunststoffen oder Batterien verwendet.

Nummer 4: Metallsulfide senken die Herstellungs- und Wartungskosten von Sinterteilen

Das Schmieren und Ölen von komplexen oder schwer zugänglichen Bauteilen treiben Kosten und Zeitaufwand für die Wartung oftmals in die Höhe – wenn es überhaupt erfolgreich möglich ist. Hier können Metallsulfide durch die Verbesserung der Schmierwirkung die nötigen Wartungsintervalle deutlich verlängern und dadurch die laufenden Kosten senken. Und auch in bestimmten Herstellungsprozessen lassen sich mit dem richtigen Metallsulfid Kosten durch vereinfachte Arbeitsschritte einsparen.

Mangansulfid verbessert beispielsweise die Zerspanbarkeit von gesinterten Formteilen. Wird das Sulfid dem Metallpulver beim Sintern hinzugefügt, lassen sich die fertigen Bauteile um einiges einfacher bohren, fräsen oder drehen. So wird weniger Zeit für die Nachbearbeitung der Formteile benötigt. Die Produktion großer Stückzahlen in gleichbleibend hoher Qualität ist kein Problem. Damit haben Metallsulfide auch einen festen Platz in der Pulvermetallurgie als zuverlässiger Partner für bestmögliche Ergebnisse.

Nummer 5: Metallsulfide lassen sich individuell optimieren

Die verschiedenen Metallsulfide können also die unterschiedlichsten Aufgaben übernehmen – und selbst innerhalb der jeweiligen Sulfid Gruppen sind verschiedene Anwendungsbereiche möglich. Sehr feines Zinn(IV)-sulfid lässt sich als Farbpigment einsetzen, kann aber auch den Verschleiß beanspruchter Bauteile reduzieren. Bismutsulfid wird als Komponente von Flussmitteln für das Lichtbogenschweißen verwendet, ist aber auch in Bremsbelägen und Kupplungsbelägen als Reibmaterial zu finden. Dank der Entwicklung von Mehrphasen-Metallsulfid-Compounds werden immer mehr Anwendungsbereich für die Metallsulfide erschlossen und immer bessere Ergebnisse erzielt.

Salze für alle Fälle

Wenn Sie auf der Suche nach neuen Lösungen für Ihr Unternehmen oder nach Optimierungsmöglichkeiten bestehender Produktionsprozesse sind, lohnt sich ein genauerer Blick auf das Thema Metallsulfide. Bei den Salzen handelt es sich um wahre Multitalente, die zahlreiche Anwendungen kennen. Voraussetzung für den erfolgreichen Einsatz sind dabei zuverlässige Partner und Lieferanten, die Ihnen mit chemischer Expertise und Branchenkenntnissen die beste Lösung anbieten können. Denn nur so können Sie das volle Potenzial der Metallsulfide wirklich ausschöpfen.

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